Holzbauteile, die sich im Außenbereich befinden, können durch Witterungseinflüsse geschädigt werden. Schimmelpilze und Holzpilze sind eine Gefahr für Holz im Freien.
Niederschläge, die auf das Holz treffen, bewirken erhebliche Feuchteänderungen im Holz, insbesondere an der Oberfläche bzw. den oberflächennahen Querschnittsbereichen. Bedingt durch das Schwinden und Quellen treten feine Risse in der Holzoberfläche auf, die sich mit der Zeit vergrößern, sodass die Niederschläge auch in tiefer liegende Bereiche des Holzbauteils eindringen können. Aus diesen Bereichen kann das Wasser nur sehr langsam entweichen, sodass durch die Anreicherung von Wasser über einen längeren Zeitraum die Gefahr von Pilzbefall besteht oder sich holzzerstörende Insekten ansiedeln können. Je nach Art des verwendeten Holzes sind die Holzbauteile unterschiedlich widerstandsfähig gegen Feuchte.
Genauso wie gegen Niederschläge muss Holz auch gegen Wasser aus dem Erdreich geschützt werden. Hierzu ist es erforderlich, dass das Holz gegen Feuchte abgedichtet oder durch Abstand vom Erdreich getrennt wird.
Die Strahlungswärme der Sonne bewirkt eine Erwärmung des Holzes. So treten bei hellen Holzoberflächen Temperaturen bis zu etwa 40 °C, bei dunklen Oberflächen bis zu 80 °C auf. Die ungleichmäßige Erwärmung (Temperaturgefälle von außen nach innen), die Temperaturschwankungen und die damit verbundenen Feuchteschwankungen im Holz fördern die Rissbildung und die damit verbundenen Gefährdungen. An den Rissen kann Wasser eindringen und zu einer Erhöhung der Holzfeuchte führen. Dieser Effekt kann zur Bildung von Holzpilzen oder sonstigen Holzschädlingen beitragen.
UV-Strahlen bauen das Lignin des Holzes fotochemisch zu einem wasserlöslichen Stoff um und verfärben das Holz (Vergrauung). Werden die wasserlöslichen Stoffe vom Regen ausgewaschen, so nimmt das Holz mit der Zeit ein waschbrettartiges Aussehen an, weil das weichere Frühholz schneller ausgewaschen wird als das härtere Spätholz.
Zum Schutz des Holzes vor Feuchtigkeitsschäden sind in Abhängigkeit von der Gefährdungsklasse prinzipiell mehrere Schutzmaßnahmen allein oder in Kombination möglich:
Zum Schutz des Holzes gegen die oben beschriebenen Witterungseinflüsse werden meist Anstriche und Beschichtungen eingesetzt, die das Eindringen von Wasser in flüssiger oder tropfenförmiger Form in das Holz hinein verhindern.
Der vorbeugende chemische Holzschutz nach DIN 68800-3 soll die Risiken abdecken, die für Holzteile unter anderem aus folgenden Einflüssen entstehen können:
Zum baulichen Holzschutz zählen unter anderem folgende Maßnahmen:
An Balkonen, die aus Holz bestehen, kann entweder die gesamte Balkonkonstruktion aus Holz hergestellt sein oder nur Teile des Balkons, zum Beispiel der Gehbelag, sind in Holz ausgeführt.
Bei der Errichtung eines solchen Balkons müssen folgende Aspekte beachtet werden:
Alle Bauteile müssen luftumspült sein und in Trockenperioden wieder zuverlässig austrocknen können.
Die Schutzmaßnahmen des Holzes müssen dafür sorgen, dass entweder keine unzulässige Erhöhung der Holzfeuchte entsteht oder die Holzfeuchte nicht zu einer Schädigung des Holzes führt. Es muss dabei jedoch darauf geachtet werden, dass die Schutzmaßnahmen nicht die Holzschäden verdecken. Zum Beispiel ist es möglich, dass an Rissen in Holzschutzanstrichen Wasser in das Holzbauteil eindringt und nicht mehr schnell genug austrocknen kann. Dies kann zu einer lokalen Holzschädigung führen.
Wenn Schäden am Holz sichtbar werden, dann hat meist bereits über einen längeren Zeitraum Wasser auf das Holz eingewirkt und einen erhöhten Feuchtegehalt ergeben. Hierbei können folgende Schadensbilder auftreten:
Dachüberstände von Gebäuden sind wechselnden Feuchtigkeiten ausgesetzt. Hierzu zählen zum Beispiel Belastungen durch Regen, Nebel und hohe relative Luftfeuchtigkeiten.
Werden gegen diese Belastungen keine geeigneten Schutzmaßnahmen ergriffen, dann können schwarze Verfärbungen oder Pilzbildungen an den Holzbauteilen auftreten. Aus diesem Grunde erhalten die Dachüberstände meist Abdeckungen aus Metall, aus geeigneten Holzbauteilen oder aus sonstigen Abdeckungsmaterialien.
Ein ausreichender Schlagregenschutz ist zum Beispiel durch eine oberseitige Abdeckung mit Überstand erreichbar. Hierbei muss die Abdeckung so weit überstehen, dass der außenliegende Sparren am Ortgang gegenüber einem solchen Regen geschützt ist, der in einem Winkel von 60° gegenüber der Horizontalen fällt. Für eine solche Abdeckung sind die üblicherweise am Dachrand aufgebrachten überstehenden Dachplatten nicht ausreichend. In diesem Fall bietet sich eine oberseitige Abdeckung in Kombination mit einer seitlichen Bekleidung an, zum Beispiel durch Blech oder durch eine geeignete Brettschalung.